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Gas adé – wir haben beim Fachmann nachgefragt
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Alternativen zur Gasheizung

Unser Klima- und Heizungs-Profi Thomas Miles im Interview

Blogartikel 27.02.2023

Circa 48 Prozent der deutschen Haushalte nutzen Erdgas als Energieträger. Die Ukraine-Krise macht jedoch drastisch deutlich, wie problematisch die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Gas ist. Seit dem 23.06.2022 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Glücklicherweise ist es nicht zu den zunächst befürchteten Versorgungsengpässen gekommen, jedoch beschäftigen die starken Preissteigerungen viele Verbraucherinnen und Verbraucher, sodass Alternativen zur Gasheizung sehr in den Fokus gerückt sind. Der Umstieg auf ein anderes Heizsystem sollte in jedem Fall gut durchdacht und geplant sein, schließlich begleitet diese Entscheidung Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer für die nächsten gut 20 Jahre. Deshalb haben wir Thomas Miles, einen Fachmann mit 24 Jahren Berufserfahrung, nach seiner ehrlichen Meinung und seinen persönlichen Erfahrungen gefragt.

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Abbildung Portrait Thomas Miles

Was viele nicht wissen: Auch mit einer Luft/Luft-Wärmepumpe kann man effizient heizen. Wer aktuell schnell sein Heizsystem wechseln möchte, sollte das als Option in Erwägung ziehen.

Thomas Miles // Fachmann für Klima- und Heiztechnik

Thomas, die Gas-Krise verändert unseren Blick auf die Themen Energie und Heizen im eigenen Zuhause. Durch den hohen Preisanstieg suchen viele Menschen jetzt nach Alternativen zu Gasheizungen. Welche kannst du empfehlen?

Wenn mich Kundinnen oder Kunden fragen, die neu bauen, empfehle ich eigentlich immer eine Luft/Wasser- oder auch eine Erdwärmepumpe. Das ist einfach ein nachhaltiges Heizsystem mit Zukunft und wird auch noch vom Staat gefördert. Bei Kundinnen und Kunden, die ein bestehendes Heizsystem austauschen möchten, prüfe ich diese Möglichkeit auch immer. Allerdings stellt sich dann häufig heraus, dass das nicht sinnvoll oder auch gar nicht möglich ist, zum Beispiel wegen hoher benötigter Vorlauftemperaturen von über 50°C oder aufgrund des energetischen Zustands des Gebäudes. Es gibt Maßnahmen, die den Einsatz eines wassergeführten Systems auch hier ermöglichen, allerdings kommt erschwerend hinzu, dass aktuell die Wartezeiten auf diese Wärmepumpen-Systeme ziemlich lang sind, weil die Nachfrage so groß ist.

Das Problem kennen wir natürlich auch. Welche kurzfristigen Möglichkeiten gibt es denn, sich aktuell möglichst Gas-unabhängig zu machen oder zumindest die Kosten für Gas zu senken?

Beim Thema Wärmepumpe denken viele sofort an die schon genannten Systeme. Es gibt eine weitere Variante, die ebenfalls sehr effizient ist und grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip heizt, nämlich die Luft/Luft-Wärmepumpe. Die empfehle ich zunehmend meinen Kundinnen und Kunden – und das nicht nur im Gebäudebestand. Diese Möglichkeit ist in Deutschland noch wenig bekannt, weil Luft/Luft-Wärmepumpen in der Regel als Klimaanlagen vertrieben werden. Man kann sie auch sehr gut als Ergänzung zum bestehenden Heizsystem nutzen, um Gas oder Öl einzusparen.

In welchen Fällen kann denn eine Luft/Luft-Wärmepumpe ein Heizsystem ersetzen?

Nahezu in allen – dann aber abhängig von der jeweiligen Situation und in unterschiedlichen Ausprägungen. Das ist der Vorteil des Luft/Luft-Systems, es kann sehr flexibel an Gebäudezustand, die finanziellen Möglichkeiten und andere Wünsche des Betreibers angepasst werden.

Wie würde dann die Lösung aussehen, wenn man die Luft/Luft-Wärmepumpe als Ergänzung verwendet?

Luft/Luft-Wärmepumpen sind nicht in das Wärmeverteilsystem der bestehenden Anlage eingebunden, sondern bilden eine eigenständige Einheit, weshalb ein sehr flexibler Einsatz möglich ist. Hier kommt es dann also ganz auf das Anlagenkonzept der Wärmepumpe an. Es können nur ein Raum oder wenige Räume oder auch nahezu alle Räume mit der Luft/Luft-Wärmepumpe ausgestattet werden. Davon hängt ab, wie die Wärmepumpe eingesetzt wird. Bei einem oder wenigen Geräten entlasten sie nur den Verbrauch in diesen Räumen. Nutzt man sie neben der Heizung in vielen Räumen, kann noch mehr Gas oder Öl gespart werden.

Welche Haupt-Heizsysteme können denn mit einer Luft/Luft-Wärmepumpe unterstützt werden?

Da gibt es keine Einschränkungen. Die Luft/Luft-Wärmepumpe kann man zum Beispiel mit einer wassergeführten Wärmepumpe oder auch einem fossilem Heizsystem kombinieren. Das ist eigentlich der häufigste Fall.

Gibt es neben dem Einsparen von fossilen Brennstoffen weitere Vorteile?

Der große Vorteil ist definitiv der Zeitfaktor, denn für die Beschaffung von Luft/Luft-Wärmepumpen bestehen keine langen Wartezeiten. Allerdings muss auch hier in der Regel ein gewisser zeitlicher Vorlauf eingeplant werden, da viele Fachbetriebe stark ausgelastet sind. Die Installation selbst benötigt keine langen Vorplanungen und kann schnell erfolgen. Die vergleichsweise geringen Kosten sind ebenfalls ein großes Plus.

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Abbilung Portrait Thomas Miles

Die Luft/Luft-Wärmepumpen gehen mit der eingesetzten Energie sehr effizient um, was sich dann positiv auf die Stromkosten auswirkt.

Thomas Miles // Fachmann für Klima- und Heiztechnik

Wo wir gerade über die Kosten sprechen. Welche Größenordnung können Interessierte an Stromkosten erwarten?

Wichtig zu wissen ist vor allem, dass Luft/Luft-Systeme wie alle anderen Wärmepumpen nicht mit Strom heizen, sondern den Strom nur als Antriebsenergie nutzen. Die Energie für die Beheizung der Räume wird größtenteils aus der Außenluft entnommen – und das funktioniert auch bei niedrigen Temperaturen. Ein Luft/Luft-System erzeugt mit 1 kWh Strom ca. 4-5 kWh Wärme. Im Vergleich dazu erzeugt die Gasheizung bei gleichem Stromverbrauch nur ca. 1 kWh Wärme. Die Luft/Luft-Wärmepumpen gehen mit der eingesetzten Energie also sehr effizient um, was sich positiv auf die Stromkosten auswirkt. Der absolute Idealfall ist, wenn man den genutzten Strom mit der eigenen Solaranlage erzeugt.

Was sollte man beim Kauf einer Luft/Luft-Wärmepumpe beachten?

Ich würde nicht auf Biegen und Brechen irgendein Klimagerät kaufen, auf dem steht, dass man damit auch heizen kann. Da sollte man schon auf gute Qualität, Verarbeitung, Langlebigkeit und Effizienz setzen. Ihr baut selbst die Kältemittelverdichter, also das Herzstück jeder Wärmepumpe, und wisst wahrscheinlich noch besser als ich, dass es hier große Unterschiede gibt. Ein guter Richtwert ist neben der Energieeffizienzklasse der schon erwähnte SCOP-Wert. Das ist der Durchschnittswert für den saisonalen Energieverbrauch des Gerätes im Heizmodus. Je höher dieser Wert ist, desto effizienter wird der Strom genutzt. Die Anlagen sollten einen SCOP von mindestens 4 haben.

Die „bekannten“ Wärmepumpen werden staatlich gefördert. Gilt das auch für Luft/Luft-Wärmepumpen?

Die BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) fördert den Einsatz von erneuerbaren Energien und von allen Systemen, die das Gebäude effizienter machen. Wärmepumpen gehören unbestritten dazu, deshalb werden sie aktuell mit den höchsten Fördersätzen bezuschusst. Luft/Luft-Wärmepumpen sind als gleichwertiges System ebenfalls inbegriffen. Es gibt eine Basisförderung von 25 Prozent für alle Wärmepumpen. Wenn Sie einen fossil betriebenen Kessel vollständig ersetzen, gibt es nochmal 10 Prozent als Bonus obendrauf. Und das betrifft alle förderfähigen Kosten, also nicht nur die Geräte, sondern ebenso die Installation.

Ich fasse einmal zusammen: Vor allem, wenn Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer keine sehr langen Wartezeiten in Kauf nehmen möchten und trotzdem ein effizientes, nachhaltiges System suchen, ist eine Luft/Luft-Wärmepumpe eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung. Darüber hinaus ist sie noch vergleichsweise kostengünstig in der Anschaffung und im Betrieb. Hast du dem noch etwas hinzuzufügen?

Zu erwähnen ist ebenfalls, dass in einer Luft/Luft-Wärmepumpe zusätzlich die Funktionen einer Klimaanlage enthalten sind. Dazu zählt das Kühlen von Räumen, was bei den aktuellen Sommern und auch in Zukunft im privaten Bereich immer relevanter wird. Außerdem sprechen wir über viele weitere Komfortlösungen, die keine andere Wärmepumpe, geschweige denn ein Heizkessel bieten können. Zum Beispiel die Entfeuchtung von Räumen, die der Schimmelbildung vorbeugt oder die Reinigung der Luft von Pollen oder Feinstaub. Die Systeme bieten weitere Extras wie die smarte Steuerung und teilweise eine Personenerkennung zur optimalen Luftstromlenkung im Raum. Im Vergleich zu anderen Wärmepumpen kann das nur die Luft/Luft-Variante und sie ist dazu noch die leiseste.

Außerdem möchte ich noch betonen, dass man sich vor der Anschaffung ausgiebig von einem  Fachbetrieb beraten lassen sollte. Die Betriebe können dann die Geräte perfekt an die Gegebenheiten vor Ort anpassen und unterstützen die Kundinnen und Kunden später ebenfalls bei den Themen Wartung und Filterwechsel.

Luft/Luft-Wärmepumpen - Produktempfehlungen

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Abbildung Produkt MSZ-LN

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Unsere mehrfach ausgezeichnete M-Serie bietet alle Vorteile moderner Luft/Luftwärmepumpen: mit SCOP-Werten bis zu 5,2 und Energieeffizienzklassen bis zu A+++ ein Höchstmaß an Energieeffizienz und Einsatzbereiche bis in tiefe zweistellige Außentemperaturen. Zusätzlich punkten sie mit effektivster Filtertechnik, smarter Steuerung per MELCloud-App, flüsterleisem Betrieb und innovativem 3D i-see Sensor für die smarte Luftstromsteuerung.

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