EDV- & Technikraum-Kühlung
Klimaanlagen und Klimaschränke
EDV- und Technikräume stellen besondere Anforderungen an das Raumklima. Anders als in Büros oder Produktionsbereichen laufen Server, Steuerungen und Netzwerktechnik dauerhaft – und reagieren empfindlich auf Temperaturschwankungen oder ungeeignete Luftfeuchte.
Anforderungen an die Klimatisierung von EDV- und Technikräumen
Ein Ausfall der Kühlung kann innerhalb kurzer Zeit zu Störungen oder Systemausfällen führen. Deshalb werden Klimasysteme für EDV- und Technikräume auf präzise Regelung, dauerhafte Betriebssicherheit und hohe Ausfallsicherheit ausgelegt. Eine professionelle Klimatisierung sorgt so für stabile Betriebsbedingungen, schützt die technische Infrastruktur vor Schäden und trägt maßgeblich zur langfristigen Betriebssicherheit bei.
Eine geeignete Lösung muss daher:
• konstante Temperaturführung gewährleisten
• die Luftfeuchtigkeit im definierten Bereich halten
• eine gleichmäßige Luftverteilung ohne Hotspots sicherstellen
• für den 24/7-Betrieb ausgelegt sein
• wartungsfreundlich und überwachbar sein
Ebenso wichtig ist die Luftführung im Raum. Nur wenn gekühlte Luft gezielt zu den Geräten gelangt und warme Luft sicher abgeführt wird, bleiben Temperatur und Betriebssicherheit langfristig stabil.
Lösungen für die Klimatisierung von EDV- und Technikräumen
SystemeSystemkategorien für unterschiedliche Anforderungen
Je nach Raumgröße, Wärmelast und Nutzung stellen EDV- und Technikräume unterschiedliche Anforderungen an die Klimatisierung. Entscheidend sind dabei vor allem Temperaturstabilität, kontrollierte Luftfeuchtigkeit und – bei regelmäßigem Personenverkehr – eine ausreichende Frischluftzufuhr.
Temperatur:
IT-Hersteller empfehlen für technische Geräte Umgebungstemperaturen zwischen 18 und 27 °C. Dauerhaft erhöhte Temperaturen verkürzen die Lebensdauer der Komponenten erheblich. Professionelle Systeme sorgen für geringe Schwankungen, gleichmäßige Luftverteilung und die Vermeidung von Hotspots – bei kritischer IT häufig auch redundant ausgelegt.
Luftfeuchtigkeit:
Auch die Luftfeuchte beeinflusst die Betriebssicherheit maßgeblich. Zu hohe Feuchte kann zu Kondensation und Korrosion führen, zu trockene Luft begünstigt elektrostatische Entladungen. Der empfohlene Bereich liegt bei 40–60 % relativer Luftfeuchtigkeit. Während Split-Klimageräte die Luft zwar entfeuchten, ermöglichen Klimaschränke darüber hinaus eine gezielte Regelung und Überwachung.
Frischluft:
Werden Technikräume regelmäßig betreten, gelten zusätzliche Vorgaben aus den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR). Richtwert sind etwa 50 m³ Frischluft pro Person und Stunde. Diese Luft muss häufig konditioniert werden, um Temperatur- und Feuchteprobleme zu vermeiden. Bei höherem Bedarf sind separate Lüftungssysteme mit Konditionierung sinnvoll.
Aus diesen Anforderungen ergeben sich unterschiedliche Systemkategorien, die je nach Einsatzfall gezielt eingesetzt werden – von Split-Klimageräten bis hin zu Klimaschränken.
Planung & Auslegung
Planung & AuslegungDie Basis für eine dauerhaft funktionierende Lösung
Während zuvor die klimatischen Anforderungen beschrieben wurden, geht es in der Planung darum, diese technisch zuverlässig umzusetzen. Eine präzise Auslegung stellt sicher, dass Temperatur, Luftfeuchte und Luftverteilung dauerhaft im optimalen Bereich bleiben.
Lastaufnahme & Luftführung
Grundlage ist die Analyse der tatsächlichen Wärmelasten sowie der Anteile an sensibler und latenter Kühlleistung. Ebenso entscheidend sind die Luftwege im Raum und mögliche Kurzschlussströmungen.
In der Planung werden daher:
• optimale Gerätepositionen und Abstände definiert
• Servicezugänge berücksichtigt
• ein sicheres Kondensatmanagement vorgesehen
So wird sichergestellt, dass die gekühlte Luft die Technik gezielt erreicht und entstehende Wärme zuverlässig abgeführt wird.
Redundanz & Monitoring
Für hohe Betriebssicherheit werden Anlagen häufig mit Redundanzkonzepten ausgelegt, etwa durch Wechselbetrieb oder zusätzliche Reserveeinheiten. Automatische Umschaltungen und integrierte Alarmfunktionen ermöglichen eine schnelle Reaktion im Störungsfall.
Durch die Einbindung in GLT- oder BMS-Systeme können Betriebszustände, Trenddaten und Störmeldungen zentral überwacht werden – eine wichtige Grundlage für vorausschauende Wartung und stabile Systemverfügbarkeit.
Energieeffizienz & Betriebskosten
In der Auslegung werden gezielt energieeffiziente Komponenten wie Invertertechnik und EC-Ventilatoren berücksichtigt. Auch eine optimierte Luftführung trägt dazu bei, den Energiebedarf dauerhaft zu senken.
Je nach Standort und Anlagenkonzept können zusätzliche Konzepte wie Freie Kühlung oder Wärmerückgewinnung in die Planung einbezogen werden, um Betriebskosten weiter zu reduzieren.
Förderungen für die Klimatisierung von EDV- und Technikräumen
Förderung
Moderne, energieeffiziente Systeme zur EDV-Raum-Klimatisierung können unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden Investitionen bezuschusst, wenn die eingesetzten Anlagen nachweislich zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO₂-Emissionen beitragen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei effiziente Komponenten, moderne Regelungstechnik sowie eine fachgerechte Planung der Gesamtanlage.
FAQ zur EDV- und Technikraum-Klimatisierung
FAQFür die meisten IT-Geräte wird ein Temperaturbereich von 18 bis 27 °C empfohlen. Dauerhaft höhere Temperaturen können die Lebensdauer elektronischer Komponenten verkürzen und die Ausfallwahrscheinlichkeit erhöhen.
Sowohl zu hohe als auch zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann Schäden verursachen. Zu hohe Feuchte kann zu Kondensation, Korrosion und Kurzschlüssen führen. Zu niedrige Feuchte begünstigt elektrostatische Entladungen (ESD), die empfindliche Bauteile beschädigen können. Ein optimaler Bereich liegt meist bei 40–60 % relativer Luftfeuchtigkeit.
Für kleine Technikräume mit geringer Wärmelast kann ein Split-Klimagerät ausreichen. Es sorgt zuverlässig für Kühlung, bietet jedoch keine präzise Feuchteregelung oder kontinuierliche Überwachung. Für höhere Anforderungen sind Klimaschränke besser geeignet.
Klimaschränke kommen zum Einsatz, wenn konstante Temperatur- und Feuchtewerte, hohe Regelgenauigkeit und Dauerbetrieb entscheidend sind – zum Beispiel in Serverräumen, Telekommunikationsanlagen oder sensiblen Steuerungsbereichen.
Direktverdampfungs-Klimaschränke erzeugen die Kälte direkt im Gerät und eignen sich für eigenständige Lösungen im Raum. Kaltwasser-Klimaschränke werden an eine zentrale Kälteversorgung angeschlossen und sind besonders sinnvoll in Gebäuden mit vorhandener Kaltwasserinfrastruktur.
Die erforderliche Kühlleistung ergibt sich aus der elektrischen Leistungsaufnahme der Geräte, der Beleuchtung, möglicher Personen im Raum sowie externen Wärmeeinflüssen. Eine fachgerechte Auslegung berücksichtigt zudem Reserven für zukünftige Erweiterungen.
Selbst leistungsstarke Klimageräte können Hotspots nicht verhindern, wenn die Luft falsch geführt wird. Entscheidend sind eine gezielte Zuluftführung, freie Rückluftwege und die Vermeidung von Kurzschlussströmungen zwischen Zu- und Abluft.
Bei geschäftskritischer IT ist Redundanz empfehlenswert. Fällt ein Gerät aus, kann ein zweites System die Kühlaufgabe übernehmen. So wird das Risiko von Überhitzung und Systemstillständen deutlich reduziert.
Wenn sich Personen regelmäßig im Raum aufhalten, gelten Vorgaben aus den technischen Regeln für Arbeitsstätten. Als Richtwert werden etwa 50 m³ Frischluft pro Person und Stunde angesetzt. Diese Luft muss meist konditioniert werden, um Temperatur- und Feuchteprobleme zu vermeiden.
Moderne Anlagen arbeiten mit Invertertechnik, EC-Ventilatoren und intelligenter Regelung. Dadurch sinken Betriebskosten deutlich – besonders im Teillastbetrieb, der in Technikräumen häufig vorkommt.
Unter bestimmten Voraussetzungen können Investitionen in energieeffiziente Klimasysteme gefördert werden, zum Beispiel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wichtig ist, dass Förderanträge in der Regel vor Projektbeginn gestellt werden.