Wärmepumpe nachrüsten
So gelingt die Heizungsmodernisierung im Bestand
Blogartikel 24.07.2026Im Neubau ist die Wärmepumpe längst gesetzt. Doch wie sieht es im Bestand aus? Besser, als viele denken: Ob Reihenhaus aus den 1970er-Jahren, Mehrfamilienhaus oder denkmalgeschützter Altbau – für nahezu jede Wohngebäudeform und viele bauliche Anforderungen gibt es eine passende Wärmepumpenlösung.
Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob ein Gebäude grundsätzlich „wärmepumpentauglich“ ist. Viel wichtiger ist, welche Eigenschaften die Wärmepumpe haben muss, um den gewünschten Wärmekomfort nachhaltig und wirtschaftlich bereitzustellen. Dabei wird die Lösung individuell auf das Gebäude, die vorhandenen Heizflächen und die persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Wie unterschiedlich eine solche Heizungsmodernisierung aussehen kann, zeigen die folgenden drei Praxisbeispiele.
Praxisbeispiel 1: Reihenendhaus von 1978 in Duisburg-Rumeln
Praxisbeispiel 1Einfacher als gedacht
Dieter Stalleicken lebt in einem Reihenendhaus aus dem Jahr 1978 in Duisburg-Rumeln. Das Haus verfügt über 115 m² Wohnfläche auf vier Etagen und wurde bislang mit einer Gasheizung beheizt. Für den Elektromeister im Ruhestand stand fest, dass bei der nächsten Heizungsmodernisierung möglichst auf Gas verzichtet werden soll. Neben dem Nachhaltigkeitsaspekt spielte vor allem die Aussicht auf niedrigere Energiekosten eine wichtige Rolle. Bereits zuvor hatte er eine Photovoltaikanlage auf seinem Süddach installiert.
Die Modernisierung
Mit der Umsetzung wurde die Friondo GmbH beauftragt. Bereits bei der Analyse des Energiebedarfs zeigte sich, dass die Umstellung mit minimalem Aufwand möglich war. Die Vorlauftemperaturen der geplanten Wärmepumpe reichten aus, um nahezu alle Räume effizient zu beheizen. Lediglich ein Heizkörper im Wohnzimmer wurde gegen ein leistungsfähigeres Modell ausgetauscht.
Die Lösung: Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe als Split-System
Installiert wurde eine Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe PUD-SHWM 60VAA als Split-System.
- Außeneinheit vor dem Haus
- Hydromodul im ehemaligen Heizungskeller
- Trinkwarmwasserbereitung integriert
- Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom zur weiteren Senkung der Betriebskosten
Die Installation wurde innerhalb von weniger als drei Tagen abgeschlossen.
Projektdaten
- Objekt: Reihenendhaus von 1978
- Wärmepumpe: Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe mit Zubadan-Technologie
- Zusätzliche Maßnahmen: Austausch eines Heizkörpers; Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom
Stimme aus der Praxis
Stimme aus der PraxisIch habe zunächst durchgerechnet, dass ich durch den Wechsel von Gas auf Strom etwa 10 % spare. Mit dem Wärmepumpen-Tarif sind es sogar über 30 %.“
Praxisbeispiel 2: Zwei Mehrfamilienhäuser von 1989 in Ochtendung
Praxisbeispiel 2Zukunftssicher ohne Fußbodenheizung
Dass sich der Wechsel zu einer Wärmepumpe auch ohne umfassende energetische Sanierung lohnen kann, zeigen zwei baugleiche Mehrfamilienhäuser in Ochtendung. Die Gebäude verfügen jeweils über drei Wohnungen mit rund 100 m² Wohnfläche. Bislang wurden sie über Gas-Etagenheizungen beheizt. Die zentrale Fragestellung lautete: Kann eine Wärmepumpe auch ohne Fußbodenheizung wirtschaftlich betrieben werden?
Die Modernisierung
Beide Gebäude wurden mit einer Kaskade aus jeweils zwei Ecodan Wärmepumpen ausgestattet. Die Wärmepumpen arbeiten dabei im besonders effizienten Teillastbetrieb. Da kein klassischer Heizungsraum vorhanden war, wurden die Inneneinheiten unter dem Dach des Nebengebäudes installiert. Zusätzlich wurde ein Pufferspeicher integriert, um Sperrzeiten des Stromversorgers zu überbrücken.
Effizienzsteigerung durch Eco-Konvektoren
Um die Effizienz zusätzlich zu erhöhen, wurden sämtliche Heizkörper durch i-LIFE2-SLIM Eco-Konvektoren ersetzt.
Die Konvektoren konnten an das bestehende Rohrnetz angeschlossen werden und kombinieren:
- Konvektionswärme
- Strahlungswärme
Dadurch arbeiten sie effizienter als klassische Heizkörper. Die Wärmepumpen können bereits mit einer Vorlauftemperatur von 45 °C wirtschaftlich betrieben werden.
Projektdaten
- Objekt: Zwei Dreifamilienhäuser von 1989
- Wärmepumpe: Wärmepumpenkaskade mit zwei Ecodan Luft/Wasser-Systemen
- Zusätzliche Maßnahmen: Austausch aller Heizkörper gegen i-LIFE2-SLIM Eco-Konvektoren; Pufferspeicher für jeweils drei Wohneinheiten
Stimme aus der Praxis
Stimme aus der PraxisWir haben die Kosten nach einem Jahr Laufzeit je Wohneinheit gegenüber der vorher genutzten Gas-Etagenheizung halbiert.“
Praxisbeispiel 3: Denkmalgeschütztes Stadthaus von 1873 in Bremen
Praxisbeispiel 3Zwischen Denkmalschutz und Energiewende
In der Bremer „Östlichen Vorstadt“ sanierte der Architekt Arne Häusler ein denkmalgeschütztes Stadthaus aus dem Jahr 1873 energetisch unter strengen Auflagen. Da die bestehende Ölheizung altersbedingt ersetzt werden musste, entschied sich die Familie für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Zukunftssicherheit waren dabei die wichtigsten Kriterien.
Besondere Herausforderung: Schallschutz
Aufgrund der dichten Bebauung und der denkmalgeschützten Nachbargebäude spielte die Geräuschentwicklung eine wichtige Rolle.
Nach Vergleichen verschiedener Systeme fiel die Wahl auf eine Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe von Mitsubishi Electric. Gemeinsam mit dem ausführenden Fachbetrieb wurde jeder Heizkörper überprüft und die Heizlast exakt berechnet.
Die Lösung: Luft/Wasser-Wärmepumpe mit langer Leitung zur Außeneinhei
Installiert wurde eine Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe in Split-Bauweise mit dem Kältemittel R32.
Dank möglicher Leitungslängen von bis zu 50 Metern konnte das Außengerät schalloptimiert am äußersten Rand des Gartens aufgestellt werden.
Zusätzlich wurden:
- Fenster mit Vakuumverglasung ausgestattet
- mehrere Heizkörper ersetzt
- die Trinkwarmwasserbereitung über ein Hydromodul mit 200 Litern integriert
Dadurch wurde ein wirtschaftlicher Betrieb der Wärmepumpe ermöglicht.
Projektdaten
- Objekt: Denkmalgeschütztes Stadthaus von 1873
- Wärmepumpe: Ecodan Luft/Wasser-Wärmepumpe
- Zusätzliche Maßnahmen: Austausch der Fensterverglasung; Austausch von Heizkörpern
- Besondere Anforderung: Lange Leitung zur Außeneinheit für Schalloptimierung
Stimme aus der Praxis
Stimme aus der PraxisZugegebenermaßen war ich anfangs skeptisch, ob eine Wärmepumpe in einem Altbau wirklich wirtschaftlich arbeiten kann. Aus heutiger Sicht sehe ich aber die Wärmepumpe vollumfänglich als Empfehlung – auch im Kontext eines denkmalgeschützten Altbaus.“
Fazit
Wärmepumpe nachrüsten heißt individuell planenDie drei Beispiele zeigen: Beim Nachrüsten einer Wärmepumpe gibt es keine Standardlösung. Entscheidend ist die Abstimmung auf Gebäude, Heizflächen, Aufstellort, Schallschutz und Warmwasserbereitung. So können Luft/Wasser-Wärmepumpen in unterschiedlichen Bestandsgebäuden eine Alternative zu Öl- oder Gasheizungen sein.
FAQ: Wärmepumpe im Bestand nachrüsten
FAQJa. Die Beispiele zeigen, dass Wärmepumpen in Bestandsgebäuden zum Einsatz kommen können, wenn sie individuell auf die Gegebenheiten des Gebäudes abgestimmt werden.
Die zwei Dreifamilienhäuser in Ochtendung zeigen, dass der Betrieb auch ohne Fußbodenheizung wirtschaftlich möglich sein kann. Dort wurden sämtliche Heizkörper durch i-LIFE2-SLIM Eco-Konvektoren ersetzt, sodass die Wärmepumpen bereits mit einer Vorlauftemperatur von 45 °C wirtschaftlich betrieben werden können.
Je nach Gebäude können einzelne Heizkörper ersetzt, alle Heizkörper gegen Eco-Konvektoren ausgetauscht, ein Pufferspeicher integriert, Fensterverglasungen modernisiert oder die Position der Außeneinheit schalloptimiert geplant werden.
Im Reihenendhaus von Dieter Stalleicken wird selbst erzeugter PV-Strom genutzt, um die Betriebskosten weiter zu senken.
Das denkmalgeschützte Stadthaus von 1873 in Bremen zeigt, dass eine Luft/Wasser-Wärmepumpe auch unter strengen Auflagen umgesetzt werden kann. Dabei spielten unter anderem Schallschutz, Heizlastberechnung, Heizkörperprüfung und zusätzliche Maßnahmen wie Vakuumverglasung eine wichtige Rolle.